Andrea Reil Visualisierungen

Workshops. Graphic Recording, visuelle Unterstützung ihrer Online Meetings

Visual …WAS? 

Meine Nachbarin Elke und ich haben irgendwann mal beschlossen, dass dieses dauernde „miteinander Kaffeetrinken“ ja eigentlich immer viel zu lange dauert und uns dann darauf geeinigt lieber einen Likör zu trinken. So ein Likör ist ruck-zuck eingeschenkt und man hat auch viel weniger Abwasch. Als wir vor Kurzem mal wieder so gemütlich zusammensaßen und ich Elke etwas zu einem bevorstehenden Auftrag erzählte, sagte sie zu mir: „Also ehrlich gesagt, was Du da machst, das kann ich ja nicht mal aussprechen!“

Dabei ist es ganz einfach: Wischuell Thinking , oder noch einfacher Wischuell Finking

Mit Likör ist die Aussprache sogar noch einfacher.

Aber jetzt mal im Ernst:

Elke ist nicht die Einzige, die die Begriffe rund um Visual Thinking unklar findet. Für mich ist es ein Sammelbegriff der alle Kombinationen von Malen oder Skizzieren, Schreiben und Denken zusammenfasst. In diesem Blogpost möchte ich euch vorstellen, welche Methoden für mich dazu gehören und gebe eine sehr vereinfachte Kurz-Beschreibung dazu.

Für Elke und für euch!

 

Sketchnotes

[Skätschnots]

Reilsche Kurzdefinition: Notizen in Wort und Bild

Methode: Kombination aus Stichwörtern, Symbolen und Strukturelementen wie Pfeile, Container, Trennlinien usw.

Format: Notizheft (gerne quadratisch) , Block oder einfach ein A4 Blatt (dann aber bitte quer). Oder digital auf dem Tablet.

Beteiligte Rollen: eine Sketchnoterin*, eine Vortragende bzw. eine Quelle

Inhalt: Meeting, Vortrag, Videos, Podcasts, …

Vorteile: Fokussierung auf Inhalte, umfassendere Verarbeitung der Informationen, dadurch bessere und längere Erinnerung, Spaß

Was sind Sketchnotes

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Graphic Facilitation

[Gräfik Fäsilitäschn]

Reilsche Kurzdefinition: Unterstützung von Denkprozessen vornehmlich im beruflichen Kontext und hübsche Flipcharts

Methode: vorbereitete Flip Charts für einen Vortrag oder Workshop, oder auch spontane Visualisierungen innerhalb eines Meetings an Flip Chart oder Whiteboard oder via Tablet, i.d.R. kombiniert mit einer Moderation

Format/Medium: Flip Chart, Whiteboard, Papier an der Wand, Kreidefarbe am Fenster, … all das oft in Kombination mit Post-it‘s

Beteiligte Rollen: Moderatorin, Graphic Facilitatorin (manchmal ein und dieselbe Person), Gruppe

Vorteile: Informationen sind für alle sichtbar und leichter zu verstehen, bessere gemeinsame Fokussierung auf das Ziel des Termins, Abschweifen vom Thema fällt weg oder ist für alle sichtbar visualisiert, am Ende des Meetings behalten alle dieselben Bilder in Erinnerung, Todesopfer durch „Death by Power Point“ können so minimiert werden

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Die ist eine Vorlage meines Kollegen Ralph Appelt. Hier der Link dazu:

https://sketchnotes.de/2014/09/23/template-fuer-die-dokumentation-von-barcamp-sessions/

Graphic Recording

Reilsche Kurzdefinition: grooooßes Protokoll in Wort und Bild

Methode: eine Graphic Recorderin schreibt und malt die wichtigsten Inhalte eines Vortrages sichtbar und in Echtzeit für alle Anwesenden auf ein großes Blatt Papier. Auch als Digital Graphic Recording (zum Beispiel mit dem iPad) umsetzbar, Erhebnis ist dann i.d.R. eine druckbare Datei

Format/Medium: Papier (z.B. 1 m x 3 m) oder digital über eine Zeichen App und mit einen Beamer oder Bildschirm sichtbar gemacht

Beteiligte Rollen: Vortragende, Graphic Recorderin, Publikum/Zuhörerinnen

Vorteile: lenkt die Aufmerksamkeit des Publikums auf die Inhalte des Vortrages, Showeffekt, alle gehen mit dem selben Bild (im Kopf oder auf dem Smartphone) nach Hause, ein Protokoll, dass man gerne versendet oder sogar ausstellt, gerne als Bild für Artikel oder Newsletter zu der Veranstaltung genutzt, immer noch ein neuer Trend

Anmerkung: Todesopfer durch Death by Powerpoint gehen dann ausschließlich auf`s Konto der Vortragenden.

Link: Tue Gutes und sprich darüber

Bad Zwischenahn 017

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Bullet Journaling

Reilsche Kurzdefinition: Kalender und ToDo-Listen selbst gestalten

Methode: mit schönen Stiften und Lineal, werden Listen und ganze Kalendervorlagen in einem Notizbuch gestaltet

Format/Medium: Notizbücher jeder Art

Beteiligte Rollen: me myself and I

Vorteile: zurück zum Papier, Entschleunigung, Übersicht, Kreativität nutzen, um sich zu planen, Selbstoptimierung, Freude am Gestalten

Link: Dieses Video zeigt in 4 1/2 Minuten wie es geht.

Meine Kollegin Diana Meier-Soriat hat dazu ein Buch geschrieben.

Lettering

Reilsche Kurzdefinition: Schönschreiben a la Instagram, oft werden motivierende oder scherzhafte Sätze auf diese Weise aufbereitet bzw. „gelettert“.

Methode: mit Pinseln oder Pinselstiften werden Buchstaben in einer besonderen Handschrift aneinandergereiht

BeteiligteRollen: jede für sich

Vorteile: Entschleunigung, kreatives Wirken, Freude

Links:

Kerstin Hildebrandt

Melanie Robinet

Tanja Wehr

Mind Maps

Reilsche Kurzdefinition: bunte Gehirnzelle mit Satelliten von Stichwörtern und Symbolen

Methode: Thema in die Mitte schreiben, kurz nachdenken, Äste aus dem Thema „wachsen lassen“ und so auf neue Ideen kommen

Beteiligte Rollen: jede für sich oder auch mit einer Gruppe am Whiteboard (…)

Format/Medium: Papier und Stifte, Whiteboard, Flip Chart (im Querformat), digital z.B. mit Mind Manager

Vorteile: einmal darauf eingelassen von innen nach außen zu schreiben, sprudeln die Ideen nur so, denn das besondere Format wirkt anregend und produziert fast immer neue Blickwinkel, Perfektionismus wird fast automatisch losgelassen

Anmerkung: im Studium habe ich ganze Bücher mit dieser Methode zusammengefasst. Bitte gerne Farbe und Bilder (!) verwenden, das erhöht das Erinnerungsvermögen.

Mind Mapping wird hier ganz gut beschrieben.

Visual Prototyping

Reilsche Kurzdefinition: manchmal vollkommen unschöne „Kritzelei“ oder „Bastelei“, die einen ersten Eindruck vermittelt, wie z.B eine Webseite oder ein neues Produkt aussehen kann.

Methode: Stift in die Hand und los geht’s, Tipp: großes Papier (A3) verwenden

Beteiligte Rollen: Entwicklerinnen, Produktdesignerinnen, Kundinnen, am Besten das gesamte Team, zunächst jede für sich

Format/Medium: Papier, Stifte, Pappe, andere Bastelutensilien

Vorteile: einheitliches Verständnis, schnelles Durchdenken von Varianten

Videolink: https://youtu.be/_mwUMkbRgN0

Alle Methoden haben aus meiner Sicht übrigens eines gemeinsam: es geht nicht um ein künstlerisch wertvolles Endergebnis, sondern um die Informationen und den Prozess der Erstellung.

So das ist meine schnell und ganz persönliche Zusammenfassung der Methoden des Visual Thinking. Elke weiß jetzt bestens Bescheid und ich hoffe ihr auch. Natürlich ist diese Liste nicht vollständig, denn Visual Thinking kann noch sehr viel mehr sein …

Darauf einen Likör!

Eure Andrea

* in diesem Blogpost habe ich grammatisch feminine Personenbezeichnungen verwendet, diese gelten gleichermaßen für Personen männlichen, weiblichen und auch für alle weiteren Geschlechter. Dafür habe ich mich entschieden um männlichen Lesern die Erfahrung des „mitgemeint seins“ zu ermöglichen.

Lange vor mir hat Tim Themann (bitte gerne folgen) zum Thema Visual Thinking einen sehr guten Beitrag geschrieben.